Die Sage von der Entstehung des Hochtales Wildschönau
„Sagen sind mündliche Überlieferungen des Volkes aus Vorgängen
in der Geschichte, umgestaltet zu allgemeinen Anschauungen.“
Es könnte daher die folgende Sage einen durchaus realen Hintergrund
haben: Die Wildschönau war einst ein See .Darin hauste ein fürchterlicher
Drache. Ein Bauer tötete ihn durch List. Im Verenden biss das Ungeheuer
den Felsen nach Kundl durch, und der See entleerte sich. So entstanden die Wildschönau
und die Kundler Klamm.
Ob des verfaulenden Riesentieres brach die Pest aus, und alle Leute weitum starben,
bis auf einen Mann aus der Wildschönau und einem Mädchen aus dem Brixental,
die sich schließlich auf dem Halsgatterlübergang am Rosskopf fanden.
Die Nachkommen dieser beiden sind die Bewohner unseres Tales. Nach dieser Sage
hat die Tiroler Landesregierung der Gemeinde im Jahre 1958 das Wappen verliehen.

Der einstige Wildschönauer See
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Wildschönauer Ache früher in der urzeitlichen Talfurche durch Oberau und Niederau nach Wörgl floss. Da zu dieser Zeit noch kein Wasserausgang in Richtung Kundl bestand, konnte sich in der inneren Wildschönau ein See bilden, dessen Spiegel auf ungefähr 910 m Meereshöhe lag und der von Schwarzenau in Auffach bis zum Haus Dr. Bachmann in Oberau reichte. Er hatte nach Schätzungen von Josef Hofer die Größe des Achensees. Die Wasserscheide beim Postamt in Oberau wurde später durch einen Schuttkegel erhöht. Erst als die Ache die Kalkfelsen gegen Kundl hin durchbrochen hatte, entleerte sich allmählich der See, und die Bäche fraßen sich tief in den ehemaligen Seeboden ein.
Die Bedeutung der "Glockentürme"
Die Sprache der Hausglocken-Dachglocken und Dachglockensprüche!
Ein besonderes Merkmal der Wildschönau und unseres Dialektgebietes und
des Tiroler Unterlandes sind die sogennannten Dachglocken. Sie wurden (und werden)
geläutet, wenn man die Hausleute vom Feld zum Essen, auch die Kinder vom
Spiel weg, heimrufen wollte. Jede Glocke hat ja einen anderen Ton und außerdem
wird jede, je nach dem Naturell der Bäuerin, flink, resulut, zaghaft oder
auch langsam geläutet.
Die eher spöttische Art der Leute unserer Gegend legte den Glockentönen
des jew.Hauses einen treffenden Spruch unter, der die Läuterin anschaulich
charakterisiert. Aber auch Alarmglocke bei Bränden, plötzlichen Krankheiten,
Unglücken und sonstigen Notständen wurde die Glocke verwendet. Man
hatte dafür ein feines Gespür, wenn etwa zur "Unzeit" aufgeregt
geläutet wurde. Zum Essen geläutet wurde ja immer in einer gleichmäßigen,
ruhigen Art.
"Nur a Suppn, nur a Supp. Grundbirn, nichts als Grundbirn,
(Erdäpfel) Krapfen und Blattl, guat und gnuag, speare Koste, speare Kost
(schmalzarm)"
Zum Heimruf des Bauern:
"ISimmal, kimm hoam, Michei kimm, Michei kimm,
Thomal, i boat, Thoma, i boat"
Zum Heimruf der Kinder:
"Hoamgeah, hoamgeah, find seppa hoam, finds eppa hoam, schleints enk, schleints
enk. I brauch enk, I brauch enk"
Originaltext entnommen dem Heimatbuch' Wildschönau"
von Hans Mayr.
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werden. Der Autor ist wie oben angeführt anzugeben.
Videobänder über Wildschönau im Tourimusverband oder Holzmuseum
und andere Geschäfte.
Diavorführungen über Wildschönau finden jede Woche in Auffach,
Oberau und Niederau statt.